 |

Distrikt 1950/Distrikt 1880
Sapni freut sich auf ihr Baby




Mit Spenden in Höhe von 1,2 Mio Euro von 200 deutschen RC’s konnte nach der Tsunami-Katastrophe in Sri Lanka das Baby-Hospital in Galle mit neuer Medizintechnik und Unterstützung für die Infrastruktur wieder zum Leben erweckt werden.
|
 |
Sapni strahlt. Stolz umfasst sie mit beiden Händen ihren bereits stark vor gewölbten Bauch. Die zierliche Srilankerin ist 21 und erwartet in Kürze ihr erstes Kind. Heute ist sie zur letzten Voruntersuchung ins Baby-Hospital nach Galle im Süden Sri Lankas gekommen. Sie freue sich schon sehr auf das Kind, sagt sie, und nein, Angst habe sie keine, die Schwester seien nett und in Hebammen und Ärzte habe sie volles Vertrauen.
Dass Sapni heute überhaupt in dieses Baby-Hospital kommen kann, verdanken sie und die anderen werdenden Mütter nicht zuletzt der Unterstützung von Rotary in Deutschland, besonders den Distrikten 1950 und 1880 und ganz besonders zwei Menschen, die sich im November des Katastrophenjahres 2005 in Galle/Sri Lanka aufgehalten hatten: Kerstin Jeska-Zimmermann (RC Gera), damals Governor des Distrikts 1950 und Carl-Otto Thorwart (RC Nürnberg-Sigena) und späterer Governor 2007/08 hatten das volle Ausmaß der Verwüstungen miterlebt. Das Baby-Hospital musste damals evakuiert, die hochschwangeren Frauen und Gebärenden notdürftig in Lagerhallen untergebracht werden, Haupthaus und Magazine der Klinik waren zerstört.
In einer beispiellosen Aktion schafften es Kerstin und Carlos, schnelle Hilfe in Deutschland auf die Beine zu stellen und mit rotarischer Hilfe ein zentrales Lager in Kassel zu errichten, vom dem aus das Nötigste an Hilfsgütern nach Sri Lanka ausgeflogen und später verschifft werden konnte: Medikamente, Anästhetika, Verbandszeug, Beatmungsgeräte, Infusionsschläuche – einfach alle für OP’s benötigte Materialien.
Heute, 6 ½ Jahre nach dem Tsunami, stehen 6 funkelnagelneue mit rotarisch finanzierter Medizintechnik ausgestattete Bettenhäuser auf dem Gelände neben dem alten Haupthaus, das demnächst abgerissen wird. In ihnen läuft der Klinik-Betrieb bis zum Bau des neuen, von der Dr. Helmut Kohl Stiftung zu errichtenden Krankenhauses; nach dessen Fertigstellung werden die jetzt errichteten Häuser als Ausbildungsstätten für angehende Ärzte und Schwestern des Babyhospitals dienen. Praktisch die komplette medizinisch-technische Ausstattung dieser Häuser wurde mit Geldern von 200 deutschen Clubs beschafft; diese Ausstattung wird nach Errichtung des neuen Krankenhauses in den Neubau „umziehen“. Von den Häusern selbst wurden zwei auch mit Mitteln der Dr. Helmut Kohl-Stiftung, und die 4 anderen von rotarischen Freunden aus Japan, England, Italien und Schweden errichtet. Wenn Kerstin heute die hohen, hellen Häuser besucht, spürt man, dass sie hier „wie zuhause“ ist. Sie wisse mehr über die Klinik, sagt der Direktor, und was alles noch gebraucht würde, als er selbst. Und das ist noch jede Menge. Gynäkologie und die Nachsorge von Frühgeburten sind leider noch in alten, nur notdürftig und provisorisch hergerichteten Räumen untergebracht, weit entfernt von westlich hygienischen Standards. Was sie genug hätten, sagt der uns begleitende Arzt, sind Menschen, was aber nach wie vor dringend gebraucht würde, seien finanziellen Mittel, um die alten Stationen abreißen und neu errichten bzw. sanieren zu können.
Eine kurze Statistik noch kurz zum Schluss: Seit dem Tsunami kamen im Baby-Hospital mittlerweile mehr als 100.000 Kinder auf die Welt und 2.000.000 Frauen wurden gynäkologisch versorgt. Für die medizinisch-technische Ausstattung des Babyhospitals flossen bisher1,2 Millionen Euro (davon rund 220.000 Euro aus Mitteln der Rotary Foundation) nach Sri Lanka, im Oktober letzten Jahres konnte die komplette Ausstattung für Haus Nummer 6, welches von Engländern finanziert wurde, feierlich übergeben werden, die Klinik in Galle bekam bereits eine Auszeichnung für den „besten Standard“ der Insel, der RC Nürnberg-Sigena und der RC Colombo haben mittlerweile ein „Sisteragreement“ unterzeichnet und ohne die Freunde in Colombo und deren einzigartiges Engagement , betont Carlos, wäre all dies nicht zu stemmen gewesen.
Wenn Sapni das nächste Mal in die Klinik kommt, dann steht ihre Geburt unmittelbar bevor. In den hohen, luftigen Räumen, mit der so typisch fröhlich, srilankischen Atmosphäre wird sie auf ihr Kind warten. Wie gesagt: Sie strahlt, sie freut sich und sie wünscht sich einen kleinen Jungen.
Bianca Bauer-Stadler |
 |
|
|
 |
Fotogalerie






|
 |
|