RC Hof-Bayerisches Vogtland und Alzheimer Gesellschaft
Kleine Handgriffe mit großer Wirkung




Der Besuchsdienst im Sana-Klinikum war zunächst als Versuchs- und Pilotprojekt der Alzheimer Gesellschaft in Zusammenarbeit mit dem RC Hof Bayerisches Vogtland angedacht. Die positive Resonanz alle Beteiligten führt nun dazu, dass im Herbst ein neuer Kurs für ehrenamtliche Helferinnen starten soll.
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Im Sana-Klinikum in Hof fühlen sich die „grünen Damen“ des Besuchsdienstes für Demenzkranke gut aufgenommen. „Die Schwestern freuen sich, wenn wir ihnen kleine Handgriffe abnehmen“, schildert Betreuerin Ursula Mohrmann.
Für das Pflegepersonal aber haben gerade diese „kleinen Handgriffe“ eine große Wirkung. Das bestätigt Schwester Uschi Martin, Leiterin der M1 und der Infektionsstation. Die Schützlinge der „grünen Damen“ seien in der Regel sehr unruhige Patienten, die normalerweise fixiert, das heißt am Bett festgebunden, werden müssten. „Wenn man dies dank der Hilfe des Besuchsdienstes unterlassen kann, ist das optimal“, lobt sie.
Gerade die nonverbale Zuwendung durch Handhalten oder Streicheln beruhige die Patienten, hebt auch Angela Schwarzenau, stellvertretende Pflegedienstleitung, hervor. „Das ist eine gute Unterstützung für das Personal.“ Die 14 ehrenamtlichen Helferinnen ziehen ihrer Beobachtung nach zudem einen großen Nutzen für sich selbst aus ihrer Tätigkeit. „Sie sind mit Enthusiasmus und Herzblut dabei“, freut sich Schwester Uschi und meint klipp und klar: „Die grünen Damen’ sind eine Bereicherung für uns.“
Den größten Nutzen haben für Initiatorin Martha Link jedoch die demenzkranken Patienten von dem Projekt. Bei Menschen, die sich nicht mehr orientieren könnten, löse ein Krankenhausaufenthalt Chaos und Stress aus, und fördere häufig statt der Heilung die Demenz, weiß die engagierte Vorsitzende der Regionalgruppe Hof-Wunsiedel der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft. „Wenn man sie zur Ruhe bringen und ihnen damit entwürdigende Zwangsmaßnahmen ersparen kann, ist das Ziel schon erreicht“, erklärt sie. „Denn diese Menschen leiden psychisch nicht mehr so stark.“ Dass zudem im Hofer Klinikum zwischen Personal und Betreuerinnen ein tolles Klima herrsche, wirke sich ebenfalls positiv auf die Gesundheit der Patienten aus.
Das Besuchsdienst-Projekt – mitinitiiert vom RC Hof-Bayerisches Vogtland - hat sich im Sana-Klinikum zum Selbstläufer entwickelt. Begonnen wurde es zunächst als Test auf zwei Stationen, inzwischen sind weitere Abteilungen mit dabei und Nachfragen kommen bereits aus anderen Stationen des Hauses. Im Herbst soll deshalb ein neuer Kurs starten, der weitere Helferinnen ausbildet. Und auch das Klinikum Fichtelgebirge in Marktredwitz sowie das Krankenhaus Münchberg haben bei Projektinitiatorin Martha Link angefragt, ob der Besuchsdienst dort ebenfalls eingeführt werden könne. Für Link ginge damit ein großer Wunsch in Erfüllung: „Ich habe immer davon geträumt, dementen Patienten im Krankenhaus eine angemessene Qualität zu verschaffen.“
Beate Frank
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