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Hartenstein im Erzgebirge war der Ort des Geschehens, die rotarischen Clubpaarungen hießen Nürnberg, Lichtenstein und Stollberg und das zweite Oktoberwochenende hatte man zum Diskussions- und Erfahrungsaustausch zum Thema „Grundwerte unserer Gesellschaft“ gewählt.
Kurz zur Erinnerung: Die Grundwerte bzw. die Diskussion über dieselben wurden zum Governorprojekt des Distrikts 1880 erklärt. Drei Gründe und gleichzeitig Ziele stehen dafür: Zum einen will man das Bewusstsein über den Inhalt von Grundwerten und deren aktuellen Bedeutung fördern. Zum zweiten soll das geistig-intellektuelle Potential der Clubs und deren Mitglieder „greifbar“ gemacht werden - alle zum Thema „Grundwerte“ gehaltenen Vorträge werden gesammelt und in Buchform veröffentlicht. Last but not least will das Projekt die Freundschaft zwischen Rotariern aus unterschiedlichen Clubs und die noch lange nicht abgeschlossene geistige Wiedervereinigung zwischen „alten“ und „neuen“ Bundesländern fördern.
Die insgesamt 64 rotarischen Clubs des gemischt bayerisch-sächsischen Distrikts treffen sich daher in unterschiedlichen Paarungen, um das Thema „Grundwerte“ von allen nur erdenklichen Seiten und unter den verschiedensten Gesichtspunkten zu diskutieren.
Wie facettenreich man sich dem Thema nähern kann, zeigten die Beiträge in Hartenberg. „Religionsfreiheit, ein Wert im Wandel und Widerstreit der Kulturen“, der Vortrag von Tanja Hannewald und Herbert Kindermann von Nürnberg-Sigena machte schnell deutlich, dass es sich bei Religionsfreiheit um einen Grundwert unserer Gesellschaft handelt, mit dem auch wir uns – immer noch und besonders heute – auseinander setzen müssen, „weil er maßgeblich zur Friedenserhaltung in aller Welt beitragen muss und die Nichteinhaltung zu Terror und Kriegen führen wird“, so Herbert Kindermann.
Veränderung war auch ein Aspekt von Peter Daetz vom RC Lichtenstein, der seinen Vortrag unter die Überschrift „Vielfalt und Veränderungen der Grundwerte“ stellte. Er wies gleichzeitig aber auch darauf hin, dass mit den Begriffen „Werte, Grundwerte und Wertegemeinschaften“ behutsam umgegangen werden müsse, da diese allzu oft für vermeintlich gute Zwecke, aber auch für in die Irre führende Ziele verwendet würden.
Höchst zufrieden mit dem bayerisch-sächsischen Wochenende zeigte sich Nürnberg-Sigena-Präsidentin Elke Schloter: „Allein die erfreuliche Teilnehmerzahl von über 70 rotarischen Freundinnen und Freunden - auch mit Partnern – hat bewiesen, wie wichtig und aktuell die Grundwertediskussion ist“. Ebenso wichtig seien die „innerdeutschen“ Treffen, wie das auch Christian Lang, Präsident des RC Lichtenstein, in seinem Grußwort deutlich machte.
Zur rundum gelungenen Atmosphäre trug vor allem ein Benefizkonzert geistig behinderter Kinder am Abend bei, worauf sich der RC Nürnberg-Sigena spontan mit einer Spende von 1.000 Euro für die hervorragende Arbeit der Kurfürst Johann-Georg Schule bedankte. Eine Führung am Tag darauf durch die Daetz Stiftung rundete das Wochenendprogramm ab. „Wir haben uns sehr wohlgefühlt in Hartenstein und nehmen viel Wertvolles mit nach Hause“ so Elke Schloter „und freuen uns jetzt schon auf den Gegenbesuch im nächsten Frühjahr“.
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