Bildungsprogramme
Bildungsprogramme, das sind zunächst einmal die Stipendien, die es jungen Leuten ermöglichen, im Ausland ihr Wissen zu erweitern oder zu ergänzen.
Stipendien
- Ein einjähriges oder im Ausnahmefall auch ein mehrjähriges Studium an einer Vielzahl von Universitäten auf der Welt.
- Ein Kulturstipendium für 3 bzw. 6 Monate zum Erlernen oder Vertiefen einer Sprache.
- Ein testweise eingeführtes Berufsausbildungs-Stipendium, bei dem jährlich 15 in einem Auswahlverfahren weltweit ausgesuchte Personen ihr fachtechnisches Wissen vervollkommnen können.
- Ein Stipendium für ein zweijähriges Studium auf dem Gebiet der Friedensforschung und der Konfliktlösung auf dem jährlich 70 in einem Auswahlverfahren weltweit ausgesuchte Kandidaten an sieben Universitäten einen Mastergrad-Abschluss erlangen.
- Ein Stidendium für Hochschullehrer, die sich bereit erklären für 3-10 Monate an einer Hochschule in einem Entwicklungsland zu lehren.
Mit Aussnahme des Hochschullehrerstipendiums ist es Voraussetzung für die Stipendien, dass die Bewerber mindestens 2 Jahre an einer Universität studierten oder über eine höhere Schulbildung verfügen oder mindestens 2 Jahre in einem anerkannten Beruf gearbeitet haben. Ausgenommen von einer Teilnahme sind Rotarier und ihr engerer Familienkreis.
Studiengruppenaustausch (GSE)
Der Studiengruppenaustausch hat andere Voraussetzungen, er wendet sich an junge Nichtrotarier, aber durchaus an Rotaracter, die bereits voll im Beruf stehen und nicht jünger als 25, aber auch nicht älter als 40 Jahre sein sollten. Ziel ist es, die eigene Berufsgruppe im Gastland kennenzulernen, sie beobachten zu können, um Vorteile für die persönliche Karriereplanung zu erhalten.
- Dieser gegenseitige Austausch erfolgt immer zwischen zwei Distrikten in verschiedenen Ländern.
- Die Teams bestehen aus vier Teilnehmern und einem rotarischen Teamleiter.
- Der Austausch dauert je nach Programmplanung vier bis sechs Wochen.
- Die Reisekosten zum Gastland hin und einen Kennlernkurs der Sprache zahlt die Foundation.
- Die entstehenden Kosten im Land übernimmt in der Regel der Gastdistrikt - möglichst mit Unterstützung der beteiligten Clubs.
- Sinnvoll ist es auf jeden Fall, die jungen Leute bei Rotariern als Logiergäste einzuquartieren - schon um über diesen Weg Land und Leute intensiver kennenlernen zu können.
Auswahl der Kandidaten
Bei beiden Programmen liegt die Auswahl der Kandidaten ausschließlich im Distrikt! Die Foundation folgt den jeweiligen Vorschlägen. Die Bewerbungen erfolgen über die Clubs - Governor und Mitglieder des Distriktbeirates wählen aus und entscheiden, welche Kandidaten den Zuschlag erhalten. Soziales Engagement, klare Berufsziele, die Fähigkeit, unsere Organisation und unser Land repräsentieren zu können und das Wissen über die Ziele Rotary´s beeinflussen diese Entscheidung.
Beide Programme unterstützen ein ganz wichtiges Ziel Rotary´s: Hier werden jährlich annähernd 4.000 ausgesuchte junge Leute "Botschafter Rotary´s“ und Vertreter ihrer Heimat. Kann eine Verständigung unter den Völkern besser unterstützt werden als wenn junge Leute die Möglichkeit haben, andere Länder und deren Bewohner, ihre Sitten und Gebräuche, ihre Sprache und Kultur kennenzulernen und Freundschaft zu schließen?
Humanitäre Programme
Polio Plus Partner
Der größte Posten aus dem Paket für humanitäre Programme fließt in das Projekt PolioPlus. In Zusammenarbeit mit der UNO und der Weltgesundheitsbehörde wurde 1985 der Beschluss gefasst, aktiv ein Programm zu unterstützen, das als Ziel hat, die Kinderlähmung zu bekämpfen und möglichst auszurotten. Rotary International hat zugesagt, bis 2005 500 Millionen US-Dollar dafür bereit zu stellen.
Über 2 Milliarden Kinder wurden bisher geimpft - das Vorhaben greift. Ein parallel dazu laufendes Programm Polio-Plus-Partner unterstützt die Clubs, die sich aktiv an der Bewältigung dieser großen Herausforderung beteiligen wie z.B. durch Einrichtung nationaler Impftage oder durch Mitarbeit in Virus-Laboratorien.
Der letzte, allerdings sehr steile Weg zum Ziel ist eingeläutet - 160 Länder verzeichnen kein Auftreten von Polio mehr. Mit Stand Juli 2006 grassiert diese furchtbare Krankheit noch in 4 Ländern: Afghanistan, Indien, Pakistan, Nigeria. Dort, wo das Virus entweder noch frei vorkommt oder wieder eingeschleppt wurde, sind die Impfaktionen in der ersten Jahreshälfte 2006 intensiviert worden.
Weltgemeindienst
Mindestens 30 Millionen US-Dollar aus dem Paket für humanitäre Zuwendungen bleiben dem Weltgemeindienst jährlich vorbehalten - Programme, die vordringlich der Bekämpfung von Krankheit und Hunger und der Schaffung von Maßnahmen zur Steigerung der Selbsthilfe zugedacht sind. Damit sollen gezielte internationale Hilfsmaßnahmen einzelner Distrikte oder Clubs auf Antrag unterstützt werden.
Voraussetzung ist die Eigeninitiative! Mindestens zwei Clubs in unterschiedlichen Ländern zeichnen das Projekt einschließlich Überwachung vor Ort und Finanzierung. Die Foundation ist dann nach Prüfung bereit, sich an dem finanziellen Aufwand zu beteiligen.
Es gibt folgende greifbare humanitäre Hilfsprogramme, die die Chance haben, von der Foundation unterstützt zu werden:
- Ein District Simplified Grant - Programm zur Unterstützung lokaler Projekte, über den Foundationbeauftragten zu beantragen
- Ein Individual Grant - Unterstützung für notwendige Reisen von Rotariern zur Projektplanung und Durchführung
- Ein Matching Grant - das Clubleistungen um 50 % erhöht und Zuschüsse aus DDF um 100 %
- Ein 3-H-Projekt - ein Kombinationsprogramm für Zuwendungen auf den Gebieten Gesundheit, Hunger und Humanität - für langfristige und grundlegende Entwicklungsprojekte auf Selbsthilfebasis - hier schießt die Foundation bis zu 300.000 US-Dollar zu - der oder die Clubs müssen 10 % der Gesamtkosten tragen - max. jedoch 30.000 US-Dollar
Das sind - auf einen einfachen Nenner gebracht - die Hauptprogramme der Stiftung. Satellitenähnlich gibt es eine Reihe kleinerer Sonder- oder Pilot-Programme - sehr speziell zum Teil - aber dem einheitlichen Ziel verbunden, sinnvoll dort zu helfen, von Not und Bedarf angesagt ist. |